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Quelle: NRZ vom 15.03.2005
Von der Kuh zum Schuh


Im Leder- und Gerbermuseum haben die Vorschulkinder der Gruppe Dreistein die Welt des Leders kennengelernt. Auch Marc, Paulina und Maximilian (v.l.) waren eifrig dabei und haben ihren eigenen Regenmacher gebastelt. (Foto: Fatih Kurceren)
KINDER / Alles rund ums Leder erfuhren die Mitglieder der Gruppe Dreistein im Leder- und Gerbermuseum in Saarn.

Dreißig kleine Finger in die Luft gestreckt, interessierte und wissbegierige Blicke - der Traum eines jeden Lehrers. Doch wie können die Kinder gefördert werden, wenn Kindergarten und Schule die unbändige Fragelust und Neugier nicht stillen können? Eine Antwort hat die Gruppe Dreistein gefunden. In verschiedenen, einmal wöchentlich stattfindenden Kursen können die Kinder erkunden, erforschen, lernen und vor allem dabei auch noch Spaß haben. Im Rahmen des Themas "Von der Kuh zum Schuh" besuchte die Gruppe vorgestern das Leder- und Gerbermuseum an der Düsseldorfer Straße

Spielend lernen

Der Museumsleiterin Melanie Rimpel war es wichtig, dass die Kinder nicht nur lernten, wie das Leder hergestellt wird, sondern auch einen Bezug zum Werkstoff bekamen. So konnten die jungen Museumsbesucher zum Beispiel am Gerberbaum selbst Haut enthaaren und entfleischen.

Für eine sinnvolle Weise, den Umgang mit Leder zu erproben, hielt Rimpel auch die auf den Museumsbesuch folgende Bastelarbeit. An zahlreichen Tischen stellten die Kinder mit einigen Eltern und Erzieherinnen des Dreistein-Programms mit Leder ihren eigenen Regenmacher her. "Die Kinder spielen und lernen gleichzeitig. Es wird ihnen unheimlich viel geboten", meinte Claudia Thiemann. Die dreifache Mutter hat seit gut einem Jahr ihre Kinder im Dreistein-Programm untergebracht. Erzieher und Grundschullehrer kümmern sich hier um die Sprösslinge. Um unterforderungsbedingte Frustrationen und Verhaltensauffälligkeiten zu vermeiden, arbeitet die Gruppe Dreistein nicht nur mit Psychologen, sondern auch mit den Schulen der begabten Kinder zusammen.

Dass es den Kindern Spaß macht, zeigten nicht nur die eifrigen Gesichter beim Basteln, sondern auch die Dauer, die sie bei Dreistein bleiben.

"Wenn die Kinder mit vier Jahren bei uns anfangen, bleiben sie ziemlich lange - oft, bis es hier kein Programm mehr für sie gibt", weiß Cornelia Bremer, Mitarbeiterin des Förderungsprogramms. Auch der fünfjährige Jan Wesolly zeigt sich begeistert: "Mir macht es sehr viel Spaß, besonders das Basteln!"

Zur Belohnung gab es am Schluss für jedes Kind eine Tüte Gummibärchen. Dass auch die darin enthaltene Gelantine aus dem Fleischspalt der Tierhaut produziert wird, mussten die Kinder allerdings nicht mehr lernen. Sie durften einfach gegessen werden.

15.03.2005 JOHANNA MITSCHERLICH


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