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Quelle: WAZ vom 07.09.2006Lust am Lernen wecken

Den Magnetismus und seine Auswirkungen lernt der kleine Niklas gerade kennen. Naturwissenschaftliche Experimente gehören für die Mädchen und Jungen der Haarzopfer Kita "Dreistein" dazu. Fotos: Walter Buchholz
In der bilingualen Einrichtung lernen die Kinder von Beginn an Englisch im Alltag. Betreut werden sie von muttersprachlichen Erzieherinnen: einer Kanadierin, einer Amerikanerin, einer Irin und einer Schottin. "Freitags gehen die Mitarbeiterinnen gemeinsam mit den Kindern auf den Markt und kaufen Lebensmittel für ein landestypisches Frühstück ein", berichtet Hildegard Fromlowitz. So lernen die Kinder gleichzeitig ein Stück (Essens-)Kultur der englischsprachigen Länder kennen.
Apropos gemeinsam: Hildegard Fromlowitz ist froh, als private Einrichtung nicht allzu sehr unter dem Einfluss des Jugendamtes zu stehen. Sie legt Wert darauf, dass die Kinder gemeinsam frühstücken: "Zum einen gibt es in vielen Familien mit berufstätigen Eltern kaum noch gemeinsame Mahlzeiten, zum anderen sollen die Kinder Tischmanieren und Gesprächsrituale lernen. Außerdem müssen auch Kinder in der Lage sein, Bedürfnisse eine kurze Zeit zurückzustellen." Beim Jugendamt habe man für diesen Ansatz wenig Verständnis gezeigt. "Sie haben mich gefragt, ob ich aus dem Mittelalter sei", sagt die Leiterin.
Bisher besuchen nur deutschsprachige Kinder die Kita. Die Leiterin wünscht sich, dass auch Mädchen und Jungen aus zwei- oder englischsprachigen Familien kommen. Einige Kinder nutzen das bilinguale Angebot als Vorbereitung auf einen beruflich bedingten Auslandsaufenthalt der Familien. "Manchmal tragen die Konzerne die Kosten." Ziel ist, dass die Kinder beim Übergang in die Schule fließend Englisch sprechen.
Ergänzend zum normalen Kita-Betrieb mit 25 Kindern gibt es "Förderbausteine" und Angebote im Nachmittagsbereich für "interessierte, begabte Kinder". Die Kinder lernen Spannendes aus den Bereichen Biologie, Kultur, Geographie, Geschichte und üben den Umgang mit neuen Medien an einem der 15 Computer.
Im experimentellen, naturwissenschaftlichen Bereich lernen die Kinder beispielsweise, wie man Vitamin C in Lebensmitteln nachweist, wie Stromkreislauf oder Magnetismus funktionieren. Mit ihren Kenntnissen über Licht und Schatten basteln die Kleinen eigene Kameras. Internet-Recherche und Power-Point-Präsentationen sind für sie längst keine Fremdworte mehr. Nachmittags gibt es Musik- und Kreativunterricht, Sportangebote und Verkehrserziehung.
"Da die Eltern sonst für solche Dinge extra bezahlen müssen, rechnet sich unsere Einrichtung für viele", ist die Leiterin überzeugt. Zwischen 195 und 400 Euro pro Monat, je nach gewählten "Förderbausteinen", müssen die Eltern für einen Platz im "Dreistein" zahlen. Die Kita finanziert sich nur über die Elternbeiträge, erhält keine Zuschüsse.
07.09.2006 Von Elli Schulz
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